Astronomie

Astronomie

Die Astronomie hat eine lange Geschichte und mit ihrer Hilfe hoffte man, die Stellung des Menschen im Universum ergründen zu können. Sie reicht dabei von der Sternenkunde bis zur Astrophysik. Während z. B. die Chinesen der Astronomie neben der Mathematik und Medizin einen ebenbürtigen Platz einräumen, da sie an die Harmonie zwischen Mensch, Erde und Himmel glaubten, haben die Menschen auch praktischen Nutzen aus ihr gezogen. Seit der Jungsteinzeit wurde eine Art Kalender verwendet, um besser für die landwirtschaftliche Kultur planen zu können, gleichzeitig waren diese Deutungen mit religiösen Kulten verbunden. Astralkult und Ackerbau waren Vorreiter der Astronomie und bedingten die Entwicklung hin zur Astrologie. Die Himmelsrichtungen spielte für Kulte oder Begräbnisse eine wichtige Rolle.

3380 v. Chr. zeichneten die Maya die erste beobachtete Mondfinsternis auf und die alten Chinesen konnten 2137. v. Chr. die erste Sonnenfinsternis festhalten. Während bei den Ägyptern Priester für das astronomische Wissen zuständig waren, gab es in China angesehene Astronomen am Hof der jeweiligen Dynastien, die mittels Berechnung deren Fall und Aufstieg bestimmten. Die Babylonier dagegen waren Vorreiter der klassischen Astronomie und nutzten bereits einfache Versionen der Armillarsphäre. Hierbei handelt es sich um ein sehr altes, astronomisches Gerät, das mittels einer Kugel und mehreren ineinander verschachtelten und sich gegeneinander drehenden Metallringen die Bewegungen von Himmelskörpern bestimmt.
Die Griechen entwickelten die Armillarsphäre weiter. Im Gegensatz zu den Babyloniern legten sie ihre astronomischen Kenntnisse mittels der Geometrie fest, nicht mit der Arithmetik. Sie waren es auch, die begannen, mit Sonnenuhren die Zeit zu messen. Der Himmel sei eine Kugelschale, behauptete Anaximander, ein Schüler des Thales, und die Erde läge dabei in ihrem Zentrum. Damit prägte er das geozentrische Weltbild, während davor der Himmel immer als Halbkugel betrachtet wurde, die lediglich die Erdscheibe umschloss. Dass die Erde ebenfalls eine Kugel war, dass konnten sich die alten Griechen noch nicht vorstellen. Dies gelang erst durch Pythagoras, der im 6. Jahrhundert v. Chr. die Ansicht vertrat, Himmelskörper seien rund.

In China wiederum dachte man, der Himmel sei rund wie ein Ei und die Erde läge darin wie ein Eidotter. Die Chinesen glaubten an einen strengen Himmelsgott, der über die Bewegungen am Himmel sein Unbehagen ausdrückte. Daher beobachteten sie sehr früh die Vorgänge und erbauten Observatorien. Das bekannteste ist das von Beijing, in dem mehr als fünfhundert Jahre lang ohne Unterbrechung der Verlauf der Sterne aufgezeichnet wurde.

Auch im Islam gab es Hofastronomen. Da der Blick in die Zukunft nicht erlaubt war, machten die Araber genaue Messungen und erstellten Sternkataloge, deren Bezeichnungen bis heute Geltung haben. Im 12. Jahrhundert wurden die astronomischen Daten mit dem Westen ausgetauscht, Schriften und Aufzeichnungen übersetzt.

In der Renaissance wurde die Astronomie zur reinen Wissenschaft. In ersten Ansätzen befasste man sich mit physikalischen Hintergründen der Bewegungen am Himmel. Astronomie und Astrologie waren zwar gleichbedeutend, jedoch nicht identisch. Während für astrologische Zwecke Horoskope erstellt wurden, befasste sich die klassische Astronomie mit der Berechnung der Positionen von Sternen und Planeten.
Dadurch wiederum konnte Nicolaus Copernicus in Europa das geozentrische Weltbild in Frage stellen und nicht die Erde, sondern die Sonne zum Mittelpunkt des Universums erklären. Er beschrieb in seinen Büchern, dass die Bewegungen am Himmel auch mit einem heliozentrischen Weltbild erfasst werden können, und Kepler bestätigte die Planetenbewegung um die Sonne.

Mit der Erfindung des Fernrohrs im 17. Jahrhundert entdeckte Galileo Galilei, dass die Erde sich um ihre Achse und um die Sonne drehte. Seine Aussagen konnten nicht bewiesen werden, lösten aber einen Inquisitionsstreit mit der Kirche aus, die den Glauben an Gott in Frage gestellt sah. Man legte ihm nahe, die Verbreitung des kopernikanischen Weltbildes zu unterlassen. Erst Isaac Newton konnte beweisen, dass Mond und Sonne samt ihrer Anziehungskräfte für Ebbe und Flut verantwortlich waren.

1676 entdeckte Olaf Römer, dass Lichtgeschwindigkeit endlich ist. Durch diese Erkenntnis konnte sie im Laufe der Zeit berechnet werden. Im 19. Jahrhundert wurde es möglich, die Absorptionslinien im Sonnenspektrum zu begründen. Damit bildete sich die moderne Astrophysik heraus, zu der später Albert Einstein mit seiner Relativitätstheorie die Grundlage lieferte. Mittels Spektralanalysen wurden Himmelsobjekte eingeteilt und die Sterne klassifiziert.

Das 20. Jahrhundert ist entscheidend für die immer schnellere Entwicklung der Astronomie. Max Planck legte das plancksche Strahlungsgesetz fest, wodurch sich später die Quantenphysik herausbildete. Durch Hubble konnte man berechnen, wann die Expansion des Weltalls begann. Damit war dann auch die Theorie des Urknalls geboren. Die Entstehung schwarzer Löcher konnte nachgewiesen werden, das Radioteleskop wurde erfunden. All das ermöglichte bald die Raumfahrt als eine erste Entdeckungsreise über die Erdgrenzen hinaus. Nichtstellare Himmelskörper außerhalb des bekannten Sonnensystems wurden ausgemacht und öffneten den Blick für ganz neue Erkenntnisse.